Botschaften in Berlin - Bürger für Denkmale

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Botschaften in Berlin | K. Englert/J. Tietz
Kerstin Englert/Jürgen Tietz (Hrsg.): Botschaften in Berlin
Gebr. Mann Verlag, Berlin 2004
ISBN 13: 9783786124948, 39 €
Daß die „Botschaften in Berlin“ bereits in 2. Auflage erschienen sind, belegt deutlich das öffentliche Interesse an diesem Thema. Dazu tragen sicherlich auch die Qualität der wissenschaftlichen Aufarbeitung wie die umfängliche Illustrierung bei. Für die Berliner Leser steht vorrangig der von Hans-Dieter Nägelke vorzüglich erarbeitete Beitrag „Botschaften und Gesandtschaften 1871-1945“ im Vordergrund. Nägelke führt in die Hierarchie der Botschaften und Gesandtschaften ein und erläutert anschaulich die Entwicklung der Standorte und Areale, in denen sich die diplomatischen Vertretungen konzentrierten: um das Regierungsviertel mit Wilhelmstraße und Pariser Platz/Unter den Linden sowie um den Königsplatz (Platz der Republik). Gerade über die Standorte, die sich hier angesiedelt hatten, ging die Planung Albert Speers für die Welthauptstadt „Germania“ unbarmherzig hinweg und führte zur Ausweisung des „Diplomatenviertels“ am südlichen Tiergartenrand. Neben Nägelke erläutern zwei weitere Beiträge die in Bonn und der „Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik“ eingerichteten diplomatischen Vertretungen. Die Würdigung der nach 1990 entstandenen Botschaften und Residenzen rundet die Einführung ab, gefolgt von einem Katalog aller Botschaften. Den wegen seines Formates etwas unhandlichen Band nimmt man mit Vergnügen zur Hand.

Reminiszenzen

1938, als Albert Speer begann, für die „Welthauptstadt“ das Umfeld der Matthäikirche und des Königsplatzes platt zu machen, erschien „Das verwandelte Antlitz“ aus der Feder Harald von Koenigswalds, eine vorsichtig vorgebrachte Klage über die Zerstörung der bürgerlichen Lebenswelt mit ihrer gelehrten und humanistisch gebildeten Bewohnerschaft. Als Gegenstück und Endpunkt der Entwicklung stünde der Bericht über das Schicksal der Schweizerischen Gesandtschaft, dem Reichstag schräg gegenüber, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, nachzulesen in Paul David „Am Königsplatz. Die letzten Tage der Schweizerischen Gesandtschaft in Berlin,“ (Zürich 1948). Diese Spannweite des Geschehens sollte im Hintergrund stehen, wenn man einen Spaziergang durch die Standorte der Botschaften in der Innenstadt unternimmt.

Prof. Helmut Engel

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