Taut’s Hufeisensiedlung - Bürger für Denkmale

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Bruno Taut’s Hufeisensiedlung | Ben Buschfeld

Ben Buschfeld: Bruno Taut’s Hufeisensiedlung, Berlin. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2015
(gedruckt mit Unterstützung der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz)
ISBN-10: 3894799234, 16,95 €
Wer sich mit Bruno Taut und seinem bedeutenden Werk, der Hufeisensiedlung in Britz, erstmals vertraut machen will, sollte zu diesem Büchlein greifen, das in einem weit gespannten Ausgriff auch den Rahmen schildert, in dem das Weltkulturerbe entstanden ist: im Zeitenumbruch Mitte der 1920er-Jahre, als sich die so genannten „Goldenen Jahre der Weimarer Republik“ anzukündigen begannen.

Der Verfasser ruft ein breites Spektrum zum Verständnis der Hufeisensiedlung auf, beginnend mit der „Wohnungsnot um1900“ über „Kostensparende Bauweise“ sowie „Innenräume und Ausstattung“, wobei die „Gehag-Küche“ als die jetzt propagierte „Werkstatt der Frau“ eine besondere Rolle spielt, bis hin zu Kurzbiographien der Architekten und Gartenarchitekten, die entscheidend die Entstehung der Siedlung befördert haben. Neben Bruno Taut als Architekt und Martin Wagner als Antreiber des genossenschaftlichen Wohnungsbaus war es der Gartenarchitekt Leberecht Migge.

Dem Vorhaben des Büchleins geschuldet kann es nur einen allgemeinen Einblick in die Welt der Hufeisensiedlung vermitteln. Die zweisprachige, deutsch-englische Ausgabe möge den Freundeskreis der Hufeisensiedlung erweitern helfen, was dem Rang der Siedlung als Weltkulturerbe angemessen wäre. Dass eine umfangreiche Würdigung von Siedlung und Architekt schon vor dem kleinen Büchlein vorhanden war, erwähnt der Autor bereits am Anfang seiner Darstellung. Mit Vorrang behandelten die älteren Darstellungen die in Britz zum Ausdruck kommende baukünstlerische Moderne Bruno Tauts und die mit Macht durch Martin Wagner beförderte Bautätigkeit des gewerkschaftlich organisierten Wohnungsbaus. Wichtig ist ebenso die durch den Verfasser jedoch nur knapp behandelte Wohnungsnot auch der 20er-Jahre, die über den öffentlich geförderten Wohnungsbau und durch die strikt einzuhaltende Wohnungsgröße die entscheidende Grundlage für die finanzielle Beihilfe wurde. Die Normgrößen der Wohnungen waren auch für die Hufeisensiedlung verbindlich. Wohnungsnot gibt es in Berlin nicht nur heute, sondern sie hat die Stadt vor allem nach dem Ersten Weltkrieg heimgesucht, besonders da der private Bauherr aus finanzierungstechnischen Gründen nahezu vollständig aus der Bautätigkeit ausscheiden musste.

Prof. Helmut Engel

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