Nachruf auf Helmut Engel - Aktuelles - Bürger für Denkmale

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Nachruf auf Helmut Engel

Bürger für Denkmale
Herausgegeben von in Mitteilungen ·
Ein Leben für den Denkmalschutz – Erinnerung an Helmut Engel

von Stefan Förster


Helmut Engel bei einer Ansprache in der Friedhofskapelle Rahnsdorf (Foto: Jutta Benedix-Ulrich)

Wer in Berlin nach dem Prototypen eines Denkmalschützers suchte, kam an Helmut Engel nicht vorbei. Als der gebürtige Niedersachse 1972 nach West-Berlin zog, um dort die staatliche Denkmalpflege aufzubauen und ihr eine arbeitsfähige Struktur zu geben, zeigte sich eine der wichtigsten Eigenschaften Engels – seine Hartnäckigkeit. Nur so schaffte er es, politische Gremien und auch die Baulobby davon zu überzeugen, dass Erhalt und Sanierung von geschichtsträchtigen Gebäuden der Vorzug vor Abriss und Neubau zu geben ist.

Robust und resolut konnte er sein, legte hohe Maßstäbe an sein Gegenüber an – aber nie höhere, als er selbst zu leisten und zu geben im Stande war. Neben wichtigen Erfolgen gab es für den Denkmalpfleger Helmut Engel auch bittere Niederlagen, wenn er Gebäude nicht retten konnte, die es verdient hätten rekonstruiert zu werden. Oder wenn politische Vorgesetzte ihn anwiesen, Abrisse zu genehmigen, gegen die ersich zuvor vehement gewehrt hatte. Trotzdem hat er immer weitergemacht.

Nach der Wiedervereinigung setzte sich Helmut Engel mit Leidenschaft für die Denkmale im Ostteil der Stadt ein, von denen viele nach jahrzehntelanger Vernachlässigung wieder aufblühen konnten.

In seiner neuen Wahlheimat Rahnsdorf rettete der promovierte Kunsthistoriker die Waldkapelle Hessenwinkel vor dem Verfall und ließ die Friedhofskapelle in neuem Glanz erstrahlen.

Eine wichtige Aufgabe wurde ihm nach dem behördlichen Ruhestand im Jahr 2000 die Geschäftsführung der Stiftung Denkmalschutz Berlin, für die er maßgeblich die Restaurierung des Strandbads Wannsee, die Wiederrichtung der Kandelaber am Charlottenburger Tor, die Wiederherstellung der Pergola beim Alten Palais, die Restaurierung der Kaskade am Lietzensee, die Ertüchtigung des Schöler-Schlösschens oder die Wiederaufstellung des Hardenberg-Denkmals vor dem Abgeordnetenhaus betrieb.

Sein Vorzeigeprojekt war freilich die Restaurierung des Brandenburger Tores – ohne einen Pfennig Steuergelder dafür einzusetzen.

Helmut Engel blieb nach seinem Ausscheiden aus der Stiftung dem Denkmalschutz treu, etwa durch seine Mitarbeit im Bezirksdenkmalrat Treptow-Köpenick. Hier war er wichtiger Impulsgeber bei der Suche nach neuen Perspektiven für die herausragenden Industriedenkmale in Oberschöneweide, die epochalen Bootshäuser in Grünau oder die wichtigen Schulgebäude der Weimarer Republik. Unermüdlich brachte er neue Ideen ein und gab wichtige Hinweise.

Nun ist der Nestor der Berliner Denkmalpflege im Alter von 84 Jahren verstorben. Sein Wirken wird noch lange Bestand haben.




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