Wiederbelebung des ICC - Bürger für Denkmale

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Wiederbelebung des ICC


Internationales Congress Centrum Berlin

Messedamm 22, 14055 Berlin-Charlottenburg

Die Politikakteure des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und der Regierende Bürgermeister Berlins drängen auf eine möglichst schnelle Sanierung des ICC. Andererseits ist geplant, auch hier Flüchtlingen Unterkunft zu bieten. Denen, die sich eine Wiederbelebung als Kongresszentrum wünschen, hier ein paar Informationen:

Das Internationale Kongresszentrum wurde am 2. April 1979 eröffnet.

Durch internationale Gutachten beraten, wurde die Kapazität des Hauses mit einem Auditorium von 5.000 Personen festgelegt, sowie weiterer 80 Säle verschiedenster Größe von 20 bis zu 4.000 Personen. Das Gebäude sollte neben seiner Hauptnutzung als Kongresszentrum so angelegt werden, dass es 28 verschiedene Veranstaltungsarten mit erstklassiger Ausstattung aufnehmen konnte.

Die Architekten Ralf Schüler und Dipl. Ing. Ursulina Schüler-Witte, die in einem vorlaufenden Wettbewerb den ersten Preis erlangt hatten, wurden mit der Planung des Hauses beauftragt.

Das ICC war vom ersten Tag an so erfolgreich, dass es ständig ausgebucht war. Bereits seit 1984 wurde es – mit wenigen Unterbrechungen – jährlich als „bestes Kongresszentrum weltweit“ ausgezeichnet. Zum 20sten Jahrestags seines Bestehens wurde in der Laudatio des damaligen Hauptgeschäftsführers Prof. Busche Folgendes ausgeführt: „Das ICC gilt bis zum heutigen Tage nicht nur als eines der größten uind modernsten, sondern auch als eines der erfolgreichsten und gefragtesten Kongreßzentren der Welt. Unter der Federführung der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte entstand ein Kommunikations-Zentrum, das als eines der bedeutendsten Bauwerke der deutschen Nachkriegszeit gilt.“
Umso unverständlicher sind die polemischen und verleumderischen Äußerungen der Messe Berlin, seit dem Wechsel der Geschäftsleitung im Jahre 1999 mit dem Ziel hervorgebracht, das erfolgreiche Haus stillzulegen und durch eine simple Messehalle abzulösen. Was inzwischen geschehen ist.

Im Folgenden werden die falschen Behauptungen der Messe von den Architekten widerlegt:

Die wertvolle aluminiumeloxierte Fassade wird seit über 10 Jahren nicht mehr gereinigt, mit der Behauptung, die Reinigung sei zu teuer. Richtig ist aber, dass seinerzeit viel Geld dafür ausgegeben wurde, eine einfache und preiswerte Reinigung sicherzustellen.

Die ständig wiederholte und von den Medien gerne verbreitete Behauptung, dass ICC sei „asbestverseucht“, ist aus der Luft gegriffen, da statt des gefährlichen Spritzasbests für den Feuerschutz des Stahltragwerks eben kein Asbest, sondern das asbestfreie Material „Kafko“ verwendet wurde.

Die Behauptung, dass ICC sei nur zu 10 % vermietbar, ist völliger Unsinn. (Wie sind da wohl die medizinischen Großkongresse mit bis zu 12.000 Teilnehmern untergekommen?). Die Messe vergleicht das Haus mit einer leeren Messehalle, deren Raumangebot zu 100 % vermietbar ist. Ein Kongresszentrum hingegen muss neben den Kongress-Sälen über zugeordnete Räumlichkeiten wie Foyers, Eingangshallen, Büros, Serviceeinrichtungen etc. verfügen (die in einem von internationalen Gutachtern festgelegten Raumprogramm für das ICC vorgegeben wurden.) Diese Sekundäreinrichtungen werden anteilig zusammen mit den jeweiligen Sälen vermietet.

Die Behauptung, dass die Betriebskosten zu hoch und damit das Haus unwirtschaftlich sei, ist - wie folgt -  zu widerlegen: Dem Bauherrn (Land Berlin) war bewusst, dass das ICC seine Betriebskosten - wie fast alle derartigen Gebäude weltweit - nicht selbst würde erwirtschaften können. Dies wurde jedoch billigend in Kauf genommen, da durch den Betrieb des ICC der Kaufkraftzufluss für das Land Berlin sich entsprechend erhöhen würde. Dies ist auch so eingetreten. Das ICC hat in den vergangenen Jahren einen Kaufkraftzufluss von jährlich über 100 Mio Euro bewirkt.

Ursulina Schüler-Witte, Juni 2015

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